I.
Das Filmfestival ist ein Artefakt,
ein Schnitt durch Schichten absichtlich geschaffener und spontaner Kontexte,
ein Hilfsmittel zur Bezeichnung gemeinsamer Eigenschaften.
Filme sind seine Ursache, sein Zweck und sein Grund,
sie bringen die Bewegung in Bewegung.
II.
Das Festival findet den Autorendokumentarfilm.
Das Werk einer einzigartigen Erfahrung mit der Welt,
das Existenz und Essenz verbindet, die in sich entstehen und vergehen.
Die Handschrift überschreibt den Bericht, um die Handschrift zu ändern.
Nur so kann die Aussage ganzheitlich sein.
III.
Die Grenzen der Filmarten und Filmgenres sind durchlässig.
Die Kinematografie ist ein einziger Film, und ein Film ist die ganze Kinematografie,
Tausende Ebenen mit Spiegeln.
Dem als dokumentarisch wahrgenommenen Film ist es nicht gleichgültig,
ob es eine Sache gibt oder nicht.
IV.
Formal bedeutet, sich nach einer bestimmten Methode zu richten, sozial ist mutig.
Man muss den sozialen Blick von Angewohnheiten befreien.
Film setzt sich naturgemäß durch die Augen als Wahrheit fort,
aber unsere Sinne können nicht als unverfälschte wahrgenommen werden.
V.
Die Projektion eines Films ist ein Projekt, dessen Unsicherheit wertvoll ist.
Fragen, Gesichtspunkte, Antworten sind eine Aneignung des Films, aber es gibt keine Argumentation,
die seine Negation sein könnte.
Unser Blick ist zu kurz,
niemals gilt, dass etwas die Wahrheit ist, die Wahrheit ist ein Warum.
VI.
Strukturen im Inneren weiterer, die Vervielfältigung verursacht Aufschläge von Körpern.
Lasst es uns verstehen als eine Bewegung im Inneren des Raums, die eine neue Durchlässigkeit für Informationen entdeckt.
Der lebende Organismus hat heute die Länge und Breite Mitteleuropas, mit öffentlichen Filmen geschieht sein Sinn.
VII.
Man kann nicht auf Benennungen bestehen,
die alles ausschöpfen, was benannt werden soll. Durch den Film denken ist nicht die Ursache und auch nicht das Wesen,
es ist die Dimension als Form.
Film und Festival sind zwei Äußerungen der gleichen Sache, das Verständnis des Zuschauers ist sein Zustand.
VIII.
Man darf der privaten und staatlichen Macht nicht unterliegen.
Ihr Geschmack ist nicht nützlich, er lässt sich allzu sehr von Sympathie zu sich selbst leiten.
Auch die Vorstellung der Freiheit wird immer falsch sein,
denn der einzige Inhalt der Freiheit kann immer nur der Zweifel sein.
Das Festival ist ihre Stärke.
IX.
Das ist kein Manifest des Internationalen Dokumentarfilmfestivals Jihlava.
Internationalen Dokumentarfilmfestivals Jihlava (Die abschließende Pressemitteilu)